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Wie auch im letzten Jahr soll es an dieser Stelle wieder um meine eigene Meinung zu den Konzerten gehen. Ich vergebe dafür Sterne.
An dieser Stelle sei gesagt, dass diese nicht die Qualität der Konzerte bzw. der Musiker darstellen, sondern lediglich die Übereinstimmung mit meinem Musikgeschmack..
Wie eigentlich schon gewohnt sind Eröffnungs- und Abschlusskonzert immer die besonderen Highlights des Musiksommers. Die Kölner Akademie konnte in ihrem zweiteiligen Programm die Zuhörer in ihren
Bann ziehen. Die erstklassig international ausgewählten Musiker zeigten technisches wie auch
emotionales Können auf ihren Instrumenten. Die gut gefüllte Stiftskirche dankte es mit einem langen
Applaus. Einführend dankte Organisator Kirchenmusikdirektor Gottfried Biller aller Sponsoren und
Unterstützern des diesjährigen Musiksommers. Das dieses Konzert nicht nur einfache “Kreisklasse” ist
zeigten schon die Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet und einem Ansturm auf das Musiksommerprogramm 2008 nach dem Konzert.
Warum nur 3 von 4 Sternen? Das Konzert erstklassig gewesen ist für diese Stücke nicht besser zu
machen, aber es muss auch eine Steigerung geben, und die eben kommen durch meine eigenen,
subjektiv ausgewählten Kriterien (kurzum: Emotionen), nicht durch musikalisches Können.
Panflöte? Das Instrument was man oft in Fußgängerzonen mit immer wieder den gleichen Melodien hört? Langweilig! Stimmt auch - jedenfalls für die Straße. Verlegt man dann die Panflöte in eine Kirche,
kombiniert sie mit einer entsprechenden Orgel und wählt mal nicht lateinamerikanische Literatur, so lässt
sich ein ganz anderer Musikgenuss erzeugen. So war es auch bei diesem Konzert. In einer auch für mich
nicht geahnten musikalischen Harmonität zwischen Panflöte und Orgel gab es ein wunderbares Konzert.
Gut ausgewählte Stücke - jeweils auch mal solo für jedes der Instrumente - erlebten die über 120 Zuhörer
. Das wurde auch so begeistert aufgenommen, dass nicht weniger als vier Zugaben gespielt werden
mussten, bevor die Zuhörer die beiden Instrumentalisten ihren Platz im hohen Chor verlassen durften.
Auch erfreulich war, dass beide Konzertanten nach dem Konzert den Fragen offen standen, und so war
auch zu erfahren, dass ja eigentlich die Panflöte ein Vorgänger der Orgel ist - und damit kann man gut
diesen Einklang auch erklären. Was nur etwas schade war: in der Probe und beim Einspielen (was
übrigens auf Wunsch der Konzertanten während des laufenden Besichtigungsbetriebes geschah) lief der
Panflötenspieler durch die Kirche, was das Hörerlebnis verfeinerte, das fehlte leider während des
Auftrittes. Aber das lässt sich angesichts der Klangqualität verschmerzen.
Zwei Frauen, zwei Leben, zwei Arten von Kunst, zwei Konzertteile, zwei Mischpulte .... diese Aufzählung ließe sich fortsetzen. Negativ gesehen gab es aber auch 2 Events - neben dem Musiksommer auch die
Jazz- und Swingtage in Quedlinburg (und Jürgen Drews in Quarmbeck). Zwar diesmal gut abgestimmt
(weil diesmal auf der Bühne auf dem Burgberg kein Konkurrenz, aber man merkte an den
Besucherzahlen eindeutig die anderen Veranstaltung in der Stadt. Und so war die etwas
überdimensionierte Soundanlage auch zu sehr auf eine volle Kirche eingestellt - hinten war die etwas
leisere Akustik einfach besser. Insgesamt gab es ein Programm, was mich persönlich etwas
überraschte, denn diesen Schlager, den man erwartete, der war es nicht gewesen. Vielmehr waren es
eher Lieder, die auf ihre andere Art etwas ausdrücken wollten (auch wenn der Text durch die
überdimensionierte Anlage und die Gesangtechnik manchmal unverständlich war) - die Musikrichtung
selber vermag ich nicht zu kategorisieren. Dazwischen gab es immer wieder Texte. Keine einfachen
literarischen Texte, nein welche zum Nachdenken und zum Schmunzeln. Und was auffiel: auch bei Profis
läuft nicht alles perfekt. So gab es auch mal ungewollte Absprachen über das Programm live im Konzert.
Was man aber gut durch entsprechende Dialoge ausgleichen konnte. Passend zum 2er-Thema gabs
dann auch ein Dialog, wo mal etwas über das Leben geplaudert wurde. Es wirkte alles spontan, wobei
man vorige Einübungen dieser Dialoge auch nicht von der Hand weisen kann. Insgesamt ein gutes
Konzert, an einigen Stellen aber getrübt durch die zu gewaltige Musiklautstärke. Nach dem Konzert gab
es auch die Möglichkeiten, CDs und Autogrammkarten zu erwerben, bzw. sehr eifrige erhielten auch persönliche Autogramme.
4. Liturgische Nacht
Eine liturgische Nacht, für mich zum allerersten Mal. Obwohl dieses Konzert schon seit Jahren fest im Programm ist, habe ich es bisher noch nie dahingeschafft. In diesem Jahr war also meine Premiere.
Ohne zu wissen, um was es sich handelt, war es ein Erlebnis. Eigentlich handelt es sich um eine Art
Nachtgebet, wie es auch heute noch Tradition in Klöstern und der katholischen Kirche ist. Ein Vorbeter
las Psalmen vor, der Chor sang die Choräle, die sehr an die gregorianischen Choräle erinnert. Leider
war es von unten etwas schwer zu verstehen, was gebetet wurde. Ausgeglichen wurde dies durch eine
mehr als wunderbare Atmosphäre. Der hohe Chor von Kerzenstäben und die Treppe von Teelichtern in
ein wunderbares Licht erleuchtet, sang der Chor vor dem Hochaltar, wie früher also verschwunden und für
den Zuhörer unsichtbar. Knapp eine dreiviertel Stunde konnte man dieser alten Form lauschen.
6. Liedermärchen im Mantel - Gerhard Schöne
Gerhard Schöne ist ja für viele Eltern ein Inbegriff für mehr oder weniger heitere Kinderlieder. Ein Liedermacher, der seit sehr vielen Jahren erfolgreich im Geschäft ist. Ein großer Andrang lies schon der
Vorverkauf vermuten, so wurden extra noch Stühle im Vornherein bereit gestellt. Eine weise
Entscheidung, denn selbst so war die Kirche voll, und diesmal nicht nur mit älteren, sondern auch sehr
viele Kinder kamen mit. Was einerseits natürlich etwas Unruhe brachte, aber andererseits gerade auch
ein schöner Einstieg für die ganz kleinen in Konzerte in historischer Umgebung. Gerhard Schöne
verstand es, die Menschen in seine Welt hineinzubringen, sie zu begeistert, sie zum Mitmachen zu
animieren. Ein buntes Programm, bunt an Licht, bunt an Menschen, bunt an ganz verschiedenen Liedern.
Ein wirklich gelungener Abend in dieser Kirche. Auch nach dem Konzert stand Gerhard Schöne seinen
Fans noch für Gespräche und Autogrammwünsche.
17. Paulus-Oratorium
Nun mittlerweile schon traditionell wird der Quedlinburger Musiksommer mit einem Konzert des Quedlinburger Oratorienchores in Zusammenarbeit mit dem Orchester “musica juventa” aus Halle an der
Saale. Für den Abschluss 2008 wurde sich ein nicht sehr einfaches Werk herausgesucht. Paulus von
Felix-Mendelssohn Bartholdy Dieses anspruchsvolle Werk hat dem Oratorienchor eine gute
Vorbereitung abgefordert, diese Mühen waren aber nicht erkennbar, denn dem Chor gelang es fast
schon mit Leichtigkeit die schwierigen Passagen sicher singen zu können. Auch das diesmal junge
Orchester war in gewohnter Weise professionell aufgestellt. Ein zweieinhalb-stündiges Programm wurde
dem Hörer geboten, diesmal aber nicht alleine gelassen gab es ein aufwändiges Begleitheft preiswert zu
erwerben, wo nicht nur das Orchester und Chor vorgestellt wurden, auch einige wichtigen Dinge zum
Komponisten konnte man nachlesen. Den größten Teil bietete aber der Texttteil mit wichtigen
Erläuterungen zum Verständnis. Aus meiner Sicht ein mehr als würdiges Konzert für den Abschluss 2008
, dies lässt für das kommende Jahr nur hoffen.
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