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Wie auch im letzten Jahr soll es an dieser Stelle wieder um meine eigene Meinung zu den Konzerten gehen. Ich vergebe dafür Sterne.
An dieser Stelle sei gesagt, dass diese nicht die Qualität der Konzerte bzw. der Musiker darstellen, sondern lediglich die Übereinstimmung mit meinem Musikgeschmack..
Die Meinungen finden Sie frühestens 3 Tage nach dem Konzert. Von 13.7.-9.10. kann ich wegen technischer Schwierigkeiten nur
sehr selten und unregelmäßig hier etwas hinzufügen.
Eröffnungskonzert - Ensemble “musica freibergensis”
Die Gruppe besteht aus 18 Mitgliedern, die teils instrumental, teils vokal auftraten. Zum
Glockengeläut der Stiftskirche kamen die Musiker mit einer Art Introitus hereingezogen und erfüllten die Kirche gehend mit den
Klängen dieser nachgemachten Instrumente der Grabkapelle des Freiberger Domes. Nach dem Ende des Glockengeläuts begann dann die
weitere Konzertfolge. Etwas besonderes war im Raum, das merkte man. Diese alten und neuentdeckten Instrumente haben eine so weiche
Klangfarbe, die man besser nicht zu den Stimmen passend machen könnten. Instrumental und vokal erlebte man eine solch klare
Einheit, wie ich sie so noch nicht live erlebt hatte. Die Stücke selber waren in ihrer Abfolge gut gewählt, so wechselten sich
instrumentale Teile mit denen mit vokaler Beteiligung ab. In der ersten Hälfte waren vor allem längere Stücke zu hören. In der
anschließenden Pause gab es vom Förderverein ein Angebot auf dem Burgberg, gegen eine Spende. Das Ensemble verkaufte eine
Doppel-CD, die ich mir eigentlich auch holen wollte. Jedoch war die Nachfrage so hoch, dass die vorhandenen Exemplare schneller weg
waren, als ich mein Geld geholt hatte. Zum Ende der Pause hatten interessierte Zuhörer die Möglichkeit, sich diese seltenen
Nachbauten anzuschauen. Dies nutzten vor allem die Kinder, die der Musik sehr lange und intensiv zuhören konnten (was mich als
angehenden Musiklehrer natürlich sehr interessierte, denn die Kinder waren 3-8 Jahre alt, also genau mein Alter was ich im Studium
behandle).
Die zweite Hälfte des Programms begann eher weltlich. Mit Stücken wie “Der Wein der schmeckt mir also
wohl” und “Ein Megdlein sagt mir freundlich zu” von Antonio Scandello wurden auch fast nachspielend rübergebracht.
Mit einem fast 90minütigem Programm brachte die Gruppe eine sehr gelungene Einführung in das
diesjährige Programm “Mit Orgelklang und Engelssang”. Leider lies sich die Gruppe trotz langem Applaus nicht zu einer Zugabe
überreden.
Orgel - Trompete - Gesang
Drei Musiker - drei Persönlichkeiten - drei Geschichten, und dennoch ein Trio. Mit sehr viel Begeisterung und Offenheit sind mir
die drei Musiker im Vorfeld des Konzertes begegnet. Und so war auch das Konzert gewesen, voller abwechslungsreicher Stücke mit
einer Art schon fast von Verspieltheit zu bezeichnen. Auch hier wieder wie beim Eröffnungskonzert nicht ein Hören von drei
verschiedenen Musikquellen - sondern ein in sich kaum noch zu unterscheidener, harmonischer Klang. Orgel und Trompete waren bestens
aufeinander abgestimmt und auch der Altus verstand es, seinen Gesang perfekt auf die anderen Instrumente einzustellen. Was mich
persönlich beeindruckte war die Leichtigkeit, in der es Yosemeh Adjei gelang, diese hohe Stimme gekonnt einzusetzen, selbst einige
Alt-Sängerinnen hätten dort schon Probleme bekommen.
So war auch der lange Beifall gerechtfertigt gewesen. Zur zweiten Zugabe gab es sogar noch eine Überraschung. denn der Altus
konnte nicht nur gut singen, er bewies in einem Trompetenduett auch seine Künste, und auch ein Trompete - Orgel - Trompete Werk war
zum Schluss noch zu hören
Sarah Kaiser und Band
Sarah Kaiser war mir vorher unbekannt gewesen. Sarah Kaiser brachte viele Werke von Paul Gerhardt zu Gehör, interpretiert in ihrer
eigenen Jazz-Soul-Gospel-Weise. Dazu trugen auch die Instrumente mit bei (Piano, Bass, Schlagzeug), die sogar noch eine eigene
Verstärkeranlage wollten. Dadurch war der Klang zwar insgesamt homogener, jedoch hätte es auch durchaus ohne Technik laufen können.
Die Lieder waren gut ausgewählt, sie zeigten ein buntes Programm aus dem Schaffen von Paul Gerhardt. Jedoch muss ich sagen, dass
die Interpretationen musikalisch schön waren, jedoch für meinen persönlichen Geschmack nicht immer den Charakter des Liedes trafen.
Paul Gerhardt im Jazz ist sicherlich bei einigen Liedern möglich, jedoch nicht bei all den vorgestellten Stücken. Aber: dies ist
meine Meinung, anhand des CD-Verkaufs ist zu sagen, dass den meisten es doch besser gefallen hat als mir.
Barocktrio Gotthold Schwarz
Eine vollkommen andere Art zu vorher. Waren die Klänge vorher dem Motto treu - Engelssang-harmonisch
- so war dieses Konzert durch seine eindeutigen drei Stimmen (Gesang, Viola da gamba, Cembalo/Orgel) geprägt. Werke mit und ohne
vokalem Anteil präsentierten die drei erfahrenen Musiker. Das Programm war abwechslungsreich und bot vielerlei klangliche
Erfahrungsmöglichkeiten. Stücke waren vor allem aus den geistlichen Werken zur Kar-, Oster- und Pfingstzeit genommen. Interessiert
hat mich vor allem die Übereinstimmung einzelner Werke hinsichtlich ihrer gestalterischen und tonalen Eigenschaften mit einigen
Sequenzen der katholischen Liturgie aus demselben Kirchenjahresbereich. Diese instrumentale Umsetzung der gregorianisch-geprägten
Gesänge ist etwas, was mir gut gefällt.
Gruppe Gjallarhorn
Finnische Musik von schwedischen Künstlern - das war das, was das Konzert versprach. Mit viel Technik und sehr vielen digitalen
Effekt-Geräten wurde ein ganz eigener Klang erzeugt. Aber nicht nur technisch wurde hier sehr viel hineingebracht, auch mit
teilweise ungewöhnlich anzuschauenden (anscheinend selbst hergestellten) Flötenartigen Instrumenten wurde dem Zuhörer eine andere
Welt vorgestellt. Das Programm selber reichte von einfachen, begleiteten Liedern bis hin zu Science-Fiction-Tonkreationen. Auf
jeden Fall sehr abwechslungsreich, auch wenn für das Publikum etwas ungewohnt. Leider war die Lautstärke unangemessen hoch und
ähnelte eher einem Pop-Konzert, so dass ich vor allem im Vorraum dem Konzert beiwohnte, wodurch der Klang eigentlich sogar noch
besser wurde. Nur ein kleines Problem gab es: die Künstler konnten viele Sprachen, aber kein Deutsch. Und so wurden die Stücke im
Englischen anmoderiert, was nicht von allen verstanden wurde.
Fazit: Ein Experiment diese Musik - Engelsklänge wie man sie sich sonst nicht vorstellen würde.
Ensemble Flautissimo
Traditionell wird seit einigen Jahren ein Konzert im Barocksaal des auf dem Burgberg gelegenen Schlossmuseums genutzt. Hier wurde
in diesem Jahr die Verbindung von klassischer Musik und Texten von Anselm Grün dargeboten. Die Gruppe “ensemble flautissimo”
besteht seit einigen Jahren aus Lehrern der Quedlinburger Kreismusikschule. Immer wieder werden begabte Musikschüler mit in das
Programm des Ensembles mit eingebunden. In diesem Jahr konnten zwei Schüler zusammen mit ihren Lehrern ein abwechslungsreiches
Programm darbieten. Vor allem die wechselnden Besetzungen und damit auch die verschiedenen Stilrichtungen der Stücke weckten stets
das Interesse auch einiger sehr junger Zuhörer mit im Saal. Im Quedlinburger Schloss wurden vor einiger Zeit historische Flöten
gefunden, die in einem aufwändigen Verfahren rekonstruiert und nachgebaut wurden. Auch auf diesen neuen historischen Instrumenten
wurden einige Stücke dargeboten. Kontrastiert wurde das Programm durch Arnold Hofheinz, der es immer versteht, seine Zuhörer bei
Lesungen zu fesseln. Diesmal wurden Texte von Anselm Grün vorgelesen, welche nicht immer auf den ersten Blick so ganz zu verstehen
war, doch durch die gute sprachliche Ausdrucksvielfalt gelang es Herrn Hofheinz, die Zuhörer stets wieder auf neue Aspekte dieser
alten Texte aufmerksam zu machen. Auch einige sehr unterhaltenden Werke waren vertreten, die durchaus auch Schmunzeln bei vielen
Besuchern hervorriefen. Das Konzert im Barocksaal zählt zu den Konzerten, welches (bedingt auch durch die geringere Kapazität)
sehr interessierte Zuhörer mit sich bringt.
Landesjugendsinfonieorchester Sachsen-Anhalt
Heribert Beissel ist nicht der Jüngste, dennoch verstand er es die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer großen
Begeisterung zu einem sehr frischen Programm anzuhalten. Das Landesjugendsinfonieorchester
ist keine feste Besetzung. Jedes halbe Jahr gibt es sogenannte Arbeitsphasen, wo sich die Musiker auf das neue Programm einstellen. So kam es auch, dass einige Musiker das erste Mal in diesem Rahmen auftraten, andere wiederum schon zu den alten Hasen zählen. Eine musikalische Reise durch Europa könnte man diesen Programm nennen, denn bekannte und unbekannte Stücke europäischer Komponisten standen auf dem Plan. Heribert Beissel verstand es nicht nur mit seinem ausdrucksstarken Dirigat die Musiker zu Höchstformen zu bringen, sondern auch in den kurzen Ansprachen seine Ideen, seine Sichtweisen mitzuteilen. Und wer hinter der Bühne die Musiker beobachtet hatte, konnte auch während des Programms die Freude und vor allem den Spaß erleben. Dies war für mich gelebte Lebendigkeit, eine Musik die normalerweise der Jugend nicht als beliebt angesehen wird, hier jedem Zuhörer schmackhaft zu machen. Und so waren alle sehr begeistert und auch etwas traurig, dass es bei einer Zugabe geblieben ist.
In Quedlinburg war im Rahmen des Konzertes des Quedlinburger Musiksommers die Premiere der Ergebnisse der 31. Arbeitsphase des
Landesjugendsinfonieorchester Sachsen-Anhalts. Weitere Konzerte sind gefolgt, und auch MDR Figaro (der Kultursender des
Mitteldeutschen Rundfunks) zeichnete später dieses Programm auf und sendete die Aufnahme aus Halle (Saale).
96 Musiker und viele Helfer des Orchesters
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